Sagen und Märchen Startseite Aktuelles 25.4.2017 Lage Ansichten Geschichte Firmen Vereine Publikationen Gästebuch Heimatstube Chronik
eit uralten Zeiten lag im Astenberg (Waldstück zwischen Gladitz und Hollsteitz) ein großer Stein. Darin sollte ein graues Männchen wohnen. Mehrere Leute wollen es um Mitternacht auf dem Stein gesehen haben. Das graue Männchen soll ein Kobold gewesen sein, der mit den Menschen, die zur Zeit der Geisterstunde durch den Astenberg gingen, allerlei Schabernack und Unfug trieb. Es erschreckte sie, sprang ihnen auf den Rücken, ließ sich Huckepack nehmen, zupfte sie an den Haaren und kniff sie in die Ohren.  Das aber tat es nur solange, bis es mit seinem "Opfer" an dessen Haustür oder Hoftor angekommen war. Da es nie durch eine Tür oder ein Tor ging, ließ es von ihnen ab und verschwand wieder in Richtung Wald.
Die Räuber im Zuckmantel er Zuckmantel ist ein kleines Tal zwischen Gladitz und Hollsteitz. Dort stand einst im Walde an der Straße ein Wirtshaus. Viele Kaufleute fuhren, von Zeitz oder von Naumburg kommend, diese Straße entlang. Aber wehe ihnen, wenn sie zur Nacht in jenem Wirtshaus einkehrten! Sie wurden zwar recht höflich empfangen und freundlich bewirtet; aber wenn sie sich zur Ruhe gelegt hatten und eingeschlafen waren, dann fielen der Wirt, der ein Räuber war, und seine Spießgesellen über die Schlummernden her, töteten sie und "zuckten" ihnen ab, was sie Wertvolles bei sich führten. Gelang es einem der Überfallenen zu entkommen, so stürzte er durch eine Falltür und endete sein Leben mit zerschmetterten Gliedern im tiefen Gewölbe. Pferde und Wagen samt der Ladung wurden eine Beute der frechen Bande. Auch ein Zeitzer Bürgermeister gehörte zu diesem Gesindel und bereicherte sich so auf verbrecherische Weise. Seine Tochter jedoch war mit dem Treiben ihres Vaters durchaus nicht einverstanden; das bereitete ihr vielmehr schweren Kummer. Aber was sollte sie tun? Ihre Bitten und Mahnungen schlug der böse Vater in den Wind, und verbot ihr wieder und wieder barsch, gegen irgend jemand auch nur das Geringste davon verlauten zu lassen, was in dem Wirtshaus an der Landstraße nach Naumburg vor sich ging. Schwer, sehr schwer fiel es dem ehrlichen Mädchen, zu den Verbrechen zu schweigen. Sollte sie aber ihren Vater verraten? Lange Zeit konnte sie sich nicht dazu entschließen. Als aber in einer Nacht wieder ein reicher Kaufmann in dem Räubernest im Zuckmantel Leben und Eigentum verloren hatte, zeigte sie dem Gericht die Untaten der Räuberbande an. Die Verbrecher wurden festgenommen und dem Henker überantwortet. Quelle: Adolf Schmiedecke "Die vergrabene Truhe" - Sagen und Erzählungen aus dem Gebiet um Weißenfels, Hohenmölsen und Zeitz Wartburg- Verlag Weimar 2002
Das graue Männchen