Namen
Vornamen Die Aussprache von Vornamen weist keine großen Besonderheiten auf. Umgangssprachlich werden häufig abgewandelte Formen oder auch zum Teil Verniedlichungen verwendet. Rudolf - Rudi Karl - Karli Gertraud - Traudel Gertrud - Trudel Helene - Leni Edgar - Eddi Andreas - Andy Reinhard - Reiner Gerta - Gerti Doppelnamen werden oft auf nur einen Bestandtandteil reduziert. Bei den mit Hans zusammengesetzten Namen wird eigentümlicherweise immer der zweite Namensteil zum Rufnamen. Hans-Joachim - Achim Hans-Jürgen - Jürgen Paradoxerweise hat es Fälle gegeben, wobei umgangssprachlich ganz andere Vornamen verwendet wurden, als die registrierten. „Hildegard" Vogel hieß eigentlich Maria „Kuno" Seitz hieß eigentlich Volkmar.   Namensstatistik der in Gladitz vorkommenden Familiennamen Kurze Einführung über die Entstehung von Familiennamen Jeder Mensch wird sich doch wohl eines Tages fragen, warum er wohl diesen oder jenen Familiennamen trägt. Und manch einer wird auch daran interessiert sein sowohl Herkunft als auch Bedeutung seines Familiennamens zu erfahren. Darüber gibt es verschieden Literatur, die ich auch z.T. zur Auswertung benutzt habe. Der am meisten vorkommende Name in Gladitz ist Seiferheld, z.Zt. 13 Personen, und zusätzlich 3 geborene Seiferheld, gefolgt von Kühn, mit 13 Namensträgern. Interessant ist für ein solch kleines Dorf wie Gladitz natürlich, warum manche Familiennamen über sehr lange Zeit erhalten blieben und Vertreter dieses Namens manchmal in größerer Zahl vorkommen. Beständige Namen resultieren meist aus der Ortsansässigkeit der einzelnen Familien. Sobald das finanzielle Auskommen der Familien hier am Ort gesichert war, kam es kaum vor, dass eine Familie „auswanderte". Die Möglichkeiten, das tägliche Brot in der Nähe zu verdienen waren durch den Industriestandort Zeitz, durch die Entwicklung der Braunkohleindustrie in unserer Gegend und durch die damals florierende Landwirtschaft zweifellos gegeben. Die Grundlage für die Erhaltung des Namens musste aber schließlich erst geschaffen werden. Diese bestand natürlich im Vorhandensein entsprechender Nachkommen, wobei ja in der Vergangenheit die Kinderzahl in den Familien bedeutend höher lag, als das heute der Fall ist. Neue Namen kamen in die Ortsgemeinschaft vor allem durch Zuzug und Heirat hinzu. Auch spielten politische Veränderungen eine wichtige Rolle. Die Ansiedlung von Neubauern nach dem Kriege brachte einen bedeutenden Zuwachs an neuen Namen. Die Herkunft der Familien aus anderen Gegenden ist aber auch heute, nach über 50 Jahren, besonders bei der älteren Generation, schon aufgrund der Sprachbesonderheiten, noch zu bemerken. Deren Besonderheiten sind aber nicht Bestandteil dieser Betrachtung, da hier teilweise durch die Herkunft slawische Einflüsse mit berücksichtigt werden müssten. Entstehung von Familiennamen Familiennamen entstanden aus der Notwendigkeit heraus, Personen unterscheiden zu können. Der Vorname reichte aufgrund demographischer Entwicklung und Konzentration auf bestimmte Gebiete zur Unterscheidung nicht mehr aus. Der Ursprung der Familiennamen liegt in mehreren Bereichen. Rufnamen Der eigentliche Rufname (Vorname) wurde abgewandelt und als Familienname verwendet. Herkunft nach Ortsnamen Häufig wurde für die Bildung des Familiennamens der Wohnort genommen. Herkunft nach Berufsbezeichnungen Die Tätigkeiten, die Menschen beruflich ausgeübt haben, wurden oft zur Kennzeichnung einer bestimmten Peron verwendet. Bauer, Köhler, Jäger, Zimmermann, Gärtner Herkunft aus Übernamen Sie kennzeichnen den Träger nach körperlichen und geistigen Eigenschaften oder charakterlichen Gewohnheiten. Großkopf, Kraushaar, Kahl, Kurtz, Lenk, Dürr, Lang Analyse von Herkunft und Bedeutung Im Festlegen der Bedeutung ist man auf schriftliche Quellen angewiesen. So wird in der Literatur häufig das erstmalige Vorkommen der Namen katalogisiert. Da sich eine Sprache im Laufe der Zeit weiterentwickelt und verändert, hat das natürlich auch Einfluss auf die Namensentwicklung genommen. Eine besondere Ausprägung erhielten die Namen durch eine Erweiterung des Wortschatzes im Mittelhoch-deutschen. Es muß aber auch kritisch eingeschätzt werden, dass es viele Zweifelsfälle hinsichtlich der Bedeutung gibt und die Literatur aufgrund der Vielzahl der Namen und der Beeinflussung aus anderen Ländern nie vollständig sein kann. Baumgart(en) Der Name existiert seit ca. 1157 als Bomgarden, änderte sich etwa 1455 zu Baumgarte. es handelt sich um einen Wohnstättennamen. Jemand, der am Obstbaumgarten wohnt oder einen besitzt. Andere Formen: Baumgärtl, Baumgertel, Baumgärtner, Baumgartner. Bauske - keine Angaben Becker 1245 entstanden als Bec, über Böck (1506) zu Becker und Bäcker Hierbei handelt es sich um einen Berufsnamen. Beer 1194 als Bero, später Behr, 1365 als Beer, es handelt sich um einen Übernamen zum mittelhochdeutschen ber „Bär"auch möglicher Übername zu ber (Eber) Berendt entstanden aus Bernhard, 797 Bernhardus, Bedeutung: bero/bern-hart = Bär+hart,streng Andere Formen sind Bernt, Berndt,Barent, Barentzen, Behrends, Bernicke, Bernecke Berk entstanden als Wohnstättenname zum mittelhochdeutschen berc, der auf dem Berge wohnt, (1393) andere Formen: Berger, Bergt, Bergk, Büchner Wohnstättenname zu „ze der buochen" (Buchenwald) 1180, seit 1368 Puchnerinna, 1372 Büchner, Andere Formen: Buchner Buschner entstanden 1269 aus „de Busche" als Wohnstättenname für jemanden der am Busch, Gehölz, Wald wohnt. Andere Formen: Buschmann, Püschmann Dietrich abgeleitet von Diederich, 856 Thiadricus, Ursprung als Rufname bestehend aus thiot und rhhi =Volk + Herrschaft, war einer der beliebtesten Namen im Mittelalter. Eissner 1272 Isiner, 1404 Eyssener, 1409 Isler Es handelt sich um einen mittelhochdeutschen Berufsnamen isener „Eisenhändler" Andere Formen: Eisner, Eißner, Eisler, Eißler   Elle Keine Angaben in der verwendeten Literatur. Es kann vermutlich auf den tatsächlichen Sinn als Längenmaß oder Unterarmknochen geschlossen werden. Frühauf entstanden ca. 1402 als Fruvf. Es ist ein Übername zu vrüe+ üf (früh+auf) und lässt auf einen Frühaufsteher schließen.   Gottschling vor 866 Godescalc, 1317 Gottschalk, 1378 Gotschalich, 1529 Gotschalh, 1661 Gotschlig Es handelt sich um einen Rufnamen bestehend aus got+scalk ="Gott+Knecht" Andere Formen: Gottschalt, Gottschild, Gottschlich, Gottsche, Gutschke Gräfe 1189 Graf, 1291 Greve, 1377 Graff Es handelt sich um einen Übernamen zum mittelhochdeutschen grave, greve, grebe, königlicher Gerichtsvorsitzender, auch Berufsname für Aufseher mit Gerichtsbefugnissen. Harnisch 1268 Harnasch, 1424 Harnisch Übername zum mittelhoch-deutschen harnas „Harnisch," kriegerische Ausrüstung für einen Harnischmacher oder jemanden, der mit einen Harnisch gerüstet war. Haufe 1530 Hauff, 1542 Hauffe Ubername zum mittelhochdeutschen hufe, houfe für Haufe, Anhäufen (von Gegenständen) Heinig Der Ursprung liegt um 1140 Heinricus. Es handelt sich um einen Rufnamen hagan-rihhi was soviel bedeutet wie „umfriedeter Ort + Herrschaft, Macht"     Heller Der Name wurde erstmals 1278 als Heller erwähnt, hat sich um 1378 auch zu Haller umgewandelt. Deutet aus dem mittelhoch- deutschen kommend auf „Heller" hin, einer Münze der Stadt Schwäbisch-Hall, wo sie zuerst geprägt wurde. Helm Der Name wird erstmals 1273 als „Helm" erwähnt und geht auf das mittelhochdeutsch „helm" zurück, was auch „Helm, behelmter Krieger oder Helmschmied bedeuten konnte. Eine andere Form ist „Helms". Hesse Erstmals erwähnt 775 als Hessi, 860 Haso, 1180 Hesso, 1394 Hess, 1401 Hesse, Ableitung vom Stammesnamen der Hessen Hoffmann Der Name kommt erstmals 1196 als Hovemann vor, änderte sich von 1275 Hofmann, über 1402 Hoffemann  zur heutigen Form. Die Bedeutung liegt dem mittelhochdeutschen Hoveman zu Grunde und bedeutet soviel wie „der zum Hofe gehörige Bauer". Jakubowski Der Name entstand als Rufname Jacob etwa 1330 bedeutet im hebräischen „Fersenhalter" soviel wie nachgeborener Zwilling. Als christlicher Rufname des Mittelalters beschreibt er den Apostel Jacob, beschreibt aber auch einen polnischen Herkunftsnamen zum Ortsnamen Jakubowice. Andere Formen sind: Jacobi, Jakobus, Jordan Erstmals erwähnt in der heutigen Form 1147, wird als Rufname seit den Kreuzzügen, nach dem Fluss benannt, verwendet. Klinkert Es ist anzunehmen, dass der Name etwa 1246 als Clincke vorkommt, entweder abgeleitet vom Ortsnamen Klink, oder es handelt sich um eine Ableitung vom obersorbischen klin, was etwa „Keil" bedeutet. Klotz Erscheint erstmals 1220 als Kloz. Es handelt sich um einen Übernamen zum mittelhoch-deutschen kloz für „Klumpen, klumpige Masse, Baumstumpf und Ausdruck für einen rohen, groben Menschen Kobelt In der Literatur nicht erwähnt, aber vermutlich eine Ableitung von Jacob. siehe Jakubowski Krietsch - keine Angaben Krietzsch - keine Angaben Kriwat - keine Angaben Kügler Erscheint 1245 als Cugelar, 1380 als Kugeler und stammt wahrscheinlich aus dem mittelhoch-deutschen „gugler" für jemanden, der eine Kugel trägt oder herstellt. Kühn Wird erstmals 1274 als Cuonrad erwähnt, 1350 Kuon, 1376 Küne. Es kann sich sowohl um eine Kurzform des Rufnamens Konrad als auch eine Ableitung vom mittel- hochdeutschen küen für „kühn" handeln. Andere Formen sind: Kuhn, Kienle,Kühnle. Künzel Bei Künzel handelt es sich um eine Ableitung von Konrad, erstmals er- wähnt 1145 als Conradus. es ist althochdeutschen Ursprungs, zu- sammengesetzt aus kuoni-rat für „kühn, tapfer, mutig+Ratschlag". Laubert - keine Angaben Lenke Nachweisbar seit 1379 Lenke. Es handelt sich um einen Übernamen zum mittelhochdeutschen lenke für „biegsam" oder linc für „linkisch, unwissend." Makus - keine Angaben Meckert Könnte ca. 1435 als Meck vom althochdeutschen mac als Ausdruck für eine blutsverwandte Person abstammen. Mühlbach Der Name ist nur vergleichbar mit etwa 1405 Mühlberg und bezeichnet einen Ortsnamen, der Bach, der zur Mühle führt. Pirrmann - keine Angaben Poser Erwähnt in einer ähnlichen Form als Pozer 1299. Der Name könnte vom Orts-namen Posen oder vom mittelhochdeutschen bozer, was etwa „Kegelspieler" bedeutet, abgeleitet sein. Rohde Entstand 1141 als Rode. Es handelt sich um einen Herkunftsnamen, abgeleitet von Ortsnamen wie Rod, Roda, Röda. Es ist aber auch ein Zusammenhang mit roden, also urbar machen, erklärbar. Roßmann Erstmals erwähnt 1322. Er ist abgeleitet von einer Berufsbezeichnung vom mittelhochdeutschen ros für Ross, Streitross als Pferdehalter und Rosshändler. Rothe Ersrmals ausgewiesen 1323 als „der Rote". Als Bedeutung kann man vom mittelhochdeutschen rot für „rot, rothaarig" und bildlicher Übersetztung für „listig, falsch".   Schleich !147 Slicher, 1329 Sleycher, Der Ursprung liegt im mittelhoch-deutschen slichaere für „einen Schleichweg benutzen" oder auch als Ortsname zum mittelhoch-deutschen slich für Schlick, Schlamm. Schmidt 1306 Smid, 1491 Schmit Es handelt sich um einen Berufsnamen zum mittelhochdeutschen smit für Schmied Andere Formen sind: Schmitt, Schmittke, Schmiedel, Schmitz Scholz 1180 Schulthetus, 1249 Sculte, 1259 Schultheiß, 1300 Schulcz Es handelt sich um einen mittelhochdeutschen Berufsnamen für schultheize für Schuldheiss, jemanden, der Verpflichtungen oder Leistungen befiehlt. Schramm 1318 Schram, 1381 Schramme Ursprung ist wahrscheinlich das mittelhochdeutschen schram für Schramme oder große Fleischwunde. Schuknecht 1390 Scuknecht, !433 Schoknechte Der Ursprung liegt im mittelhoch-deutschen schuokneht für „Schumachergeselle". Schulz siehe Scholz Seemann 1296 Seman Es könnte sich um einen althochdeutschen Rufnamen aus seo-man „See+Mann" oder um den Berufsnamen seman für Seemann, Seefahrer handeln. Seiferheld Wird in dieser Form in der Literatur nicht erwähnt. Der Ursprung könnte aber bei ca. 834 Sigifrid liegen für das althochdeutsch sigu-fridu für Sieg und Friede. Der Anhang held ist sicher in der ursprünglichen Bedeutung später angefügt worden. Selzer - keine Angaben Senner Ist so in der Literatur nicht aufgeführt, hat aber sicherlich die Herkunft aufgrund der ursprünglichen Bedeutung für den Almbauern in den Alpen. Seyfarth siehe Seiferheld Andere Formen sind: Seiffert, Seiffarth, Seifhardt, Sievert, Sievers, Seidel Sickert Es handelt sich um eine Ableitung von Siegert, erstmals erwähnt 819 als „Sigihard". Der Name hat seinen Ursprung im Rufnamen „sigi+hart" für Sieg, streng, hart. Sieler Es könnte sich um eine Ableitung des 1291 erstmals erwähnten Seiler handeln, was auf eine Berufsbezeichnung hinweist. Thierbach Ursprung ist der Ortsname. 1277 als „de Thyrbach" erwähnt. Tiegel In der verwendeten Literatur sind keine Hinweise vorhanden. Es scheint aber offensichtlich, dass der Name vom Gebrauchsgegenstand der Küche abgeleitet ist. Tilsner ist in der Literatur nicht erwähnt, könnte aber mit 1524 Tiller zum mittelhochdeutschen till für Brett oder Diele verwandt sein. Weise 1266 Wise, 1375 Weise Ursprung liegt im mittelhochdeutschen wise für „verständig, erfahren, klug" Werner um 860 Werinheri, 1388 Wernher Es handelt sich ursprünglich um einen Rufnamen aus dem althochdeutschen werin-heri für den Volksnamen der „Warnen+Heer" Wilde 1226 Wilde Er stammt vom mittelhoch-deutschen wilt ab für „wild, ungezähmt, seltsam. Namen die z.Zt. nicht mehr in Gladitz vorkommen, deren Inhaber verstorben oder verzogen sind, die aber mit der Entwicklung des Dorfes eng verbunden sind: Arnold Böttner Dietze Dobierzin Draczewski Engelmann Gläser Gondek Grajek Grimme Grunert Hanf Heerwagen Hilbert Kästner Kirchenmeier Kröber Mock Petters Pfauter Prehl Sehmsdorf Seitz Senitz Vogel Weber Winter Worms Zothe Die Verbindung von Nachname und Vorname wird häufig umgedreht. anstelle: Wolfram Schramm Schramm´s Wolfram Otto Berk Berk´s Otto Endet ein Familienname auf Zischlaut, wird noch eine Silbe -en eingefügt. anstelle: Hartmut Krietzsch Krietzschen´s Hartmut Erika Klotz Klotzen´s Erika Diese Form erscheint besonders Besuchern aus dem Norden ungewöhnlich, da sie die normale Namensreihenfolge verwenden.                                                                                                          zurück zu Publikationen